Beschwerdeverfahren für Kinder und Eltern in persönlichen Angelegenheiten

Es ist uns sehr wichtig von Anfang an eine gute, vertrauensvolle Basis zum Kind und den Eltern aufzubauen.

Schon durch die intensive Eingewöhnung in Krippe und Kindergarten werden die wechselseitigen Beziehungen gestärkt. ( Siehe Eingewöhnung)

Aufgrund dieses von Vertrauen geprägten Verhältnisses zwischen Kind und Erzieherin bzw. Eltern und Erzieherin, ist es gut möglich im direkten Gespräch Beschwerden nachzugehen und über diese zu sprechen.

Hat ein Kind ein Anliegen, ein Problem oder eine Bitte, hat die zugehörige Erzieherin immer ein offenes Ohr, um gemeinsam mit dem Kind Lösungen zu finden. Es ist uns wichtig, auf jedes Kind, in so einer schwierigen Situation, individuell einzugehen und dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechend zu agieren.

Sollte ein Kind von seiner eigenen Persönlichkeit her eher zurückhaltend sein und nicht von selbst zu Erzieherin kommen, bietet uns das Instrument der Beobachtung eine gute Möglichkeit auf das betreffende Kind zu zugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Haben mehrere Kinder das gleiche Problem/ Beschwerde / Anliegen bietet der Frühkreis am Morgen eine gute Gelegenheit darüber zu sprechen. Im Redekreis gilt die Regel, dass nur einer spricht und die anderen zuhören. Außerdem kann jeder zu Wort kommen, der etwas zu sagen hat.

Tragen zwei Kinder einen Konflikt miteinander aus, ist es uns ein Anliegen diesen neutral zu begleiten. Wir greifen nicht gleich ein, sondern beobachten die Situation. Es ist uns wichtig, die Kinder dahingehend zu erziehen, Konflikte verbal zu lösen. Zeichnet sich keine Lösung ab, bieten wir als Vermittler unsere Hilfe an. Wir moderieren quasi den Konflikt, lassen die ein und die andere Seite ihre Sicht der Dinge erklären, bitten darum sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen ( Empathie), um dann eine gemeinsame Lösung zu finden.

Wie eingangs schon erwähnt, ist uns ein vertrauenvolles Verhältnis zu jedem Elternpaar wichtig.

Von Anfang an werden die Eltern darauf aufmerksam gemacht, bei Fragen und Unklarheiten sofort die betreffende Erzieherin anzusprechen. Morgens in der Bringzeit, aber auch in der Abholzeit bietet sich immer Gelegenheit für kurze Tür- und Angelgespräche. Diese sind sehr wichtig, um den Eltern das Gefühl zu geben, genau wie ihr Kind, persönlich gesehen und anerkannt zu werden. Haben sie dieses Gefühl, fällt es ihnen leichter, bei vielleicht auch unangenehmen Angelegenheiten das Gespräch zu suchen.

Sollte ein Problem zu heikel sein, um es zwischen Tür und Angel zu besprechen, bieten wir den Eltern Zeit für eine Elterngespräch an. So kann sich die Erzieherin auch gut auf den kommenden Termin vorbereiten. In der Regel sind bei Elterngesprächen zwei Erzieherinnen und ein oder beide Elternteile dabei. Diese Gespräche werden in Absprache mit den Eltern protokolliert. Sollte die Angelegenheit die Anwesenheit der Kindergartenleitung erfordern, wird sich diese auch Zeit nehmen, um am Elterngespräch teilzunehmen..

Desweiteren gibt es für die Eltern auch die Möglichkeit die vermittelnde Funktion des Elternbeirats in Anspruch zu nehmen. Der Elternbeirat, als gewähltes Gremium, kann die Eltern auch in deren Angelegenheiten vertreten und bei Elternbeiratssitzungen mit den Erzieherinnen das Problem anonym besprechen und die Belange der Eltern vertreten.

Es gibt auch die Option in einer großen Runde mit Eltern, Elternbeiräten, Erzieherinnen, Leitung und Träger Problemgespräche zu führen. Auf ausdrücklichen Wunsch der ein oder anderen Seite.

Vertrauen und Respekt sind die wichtigsten Attribute in unserer Arbeit mit den Eltern. Hat man diese in seiner täglichen Arbeit miteinander verinnerlicht, kann man jedes Problem gemeinsam lösen.